Mittwoch, 4. März 2015

Erinnerungen an gewonnene Schlachten!

Jeder, der schon mal eine dieser "lebensnahen" Gerichts-Shows gesehen hat, kennt die bei mir im Büro übliche Berufsbekeidung. Nicht zu verwechseln mit der eines Pfarrers.

Nun stand der Senior mit der Robe in der Hand vor der Garderobe und steckte seine Finger durch nicht dafür vorgesehene Öffnungen.  Gut, das passiert schon mal bei einer Robe die schon über 40 Jahre brav ihren Dienst verrichtet, was allein dem unverwüstlichen Stoff zu verdanken ist. Dieser Stoff ist im laufe der Zeit allerdings merklich dünner geworden, insbesondere an den Ellebogen und vorne am Saum.
Nein, eine Neue kommt auf keinen Fall in Frage. Schließlich ist diese Robe eine Erinnerung an alle gewonnenen Schlachten!
Was einem Kind das Lieblingstofftier ist des Anwalts Robe. Auch die wird geflickt und ausgebessert bis sie quasi nur noch aus Flicken und abgewetzten Stellen besteht.

So stand der Senior also da, Finger durch die Löcher, besorgter Blick und tat mir leid. Also habe ich mich erbarmt und angeboten, seine Robe mal mitzunehmen und zu gucken, was sich machen lässt, damit er nicht mehr löchrig bei Gericht auftreten muss.
Nach dem Versprechen wirklich nur die Löcher zu flicken und bloß den Saum so zu lassen wie er ist, durfte ich seine Robe dann auch tatsächlich für einen Abend entführen.

Hier also vorher und Nachher-Bilder:








Wie man sieht, muss nicht zum ersten mal geflickt werden.
Das war aber die passende Gelegenheit, endlich mal den Stopf-Stich meines Maschinchens praktisch anzuwenden. Ich habe ein kleines Stück Stoff mit Vliesofix unter die Löcher gebügelt und dann alles festgenäht.
Das hat wirklich gut geklappt, mit der "Knopflochautomatik" nähte es sich fast von selbst und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zumindest, wenn man das Alter und den Allgemeinzustand der Robe bedenkt.


Kurzzeitig habe ich ja überlegt, wie sich pinke Schleifchen als Kontrast machen, den Gedanken aber recht schnell wieder verworfen...

Kommentare:

  1. Das mit den pinken Schleifchen und das Gesicht deines Chefs hätte ich dann gern mal gesehen. :D
    Ich weiß nicht, ob ich das Saumband hätte so lassen können.

    Jedenfalls ist das eine riesen Ehre, dass du das Heiligtum reparieren durftest. Was hat er zum Ergebnis gesagt?

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    1. Ja, das Gesicht wäre herrlich gewesen!
      Er war sehr zufrieden. Haken: Er findet jetzt sicher mehr was einer Reparatur bedarf...

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