Freitag, 5. Dezember 2014

Tag 5: La Valetta/Malta

Als es am Anfang der Reise auf dem Schiff hieß, Tunis geht nicht - wir fahren nach Malta - haben mich zugegebenermaßen meine Erdkundekenntnisse kurzfristig ziemlich im Stich gelassen.
Auf Tunis war ich mehr oder weniger vorbereitet, ich wusste wo das ist, was die für Sprachen sprechen und das passende Zahlungsmittel hatte ich auch dabei.

Aber Malta? Da tauchten doch einige Fragen auf. 
Wo ist Malta? 
Wozu gehört Malta? Ist das vielleicht doch ein eigenes Land? 
Und was sprechen die da bitte? 
Einkaufen? Europa? Euro??

Einiges konnte ich dann doch noch aus den hintersten Ecken meines Hirns rauslocken. 
Malta musste irgendwo unter dem Fußball/Sizilien sein, nicht weit, weil da fängt ja auch schon fast Tunesien an. 
Aber gehört Malta noch zu Italien und wie ist das mit dem Euro??
Euro war ein gutes Stichwort weil das Malteserkreuz auf einer Euromünze hatte ich schon ein paar Mal in der Hand. 
Das löste dann auch meine beiden Fragen. 
Malta = eigenes Land weil eigene Bilder auf den Euro-Münzen = Zahlungsmittel Euro (wie ich später erfahren habe seit 2008).
Ich war stolz auf mich! 
Das mit der Sprache war dann auch erstmal egal, sicherheitshalber habe ich dann wieder einen Ausflug vom Schiff aus gebucht - auf deutsch. "Mdina und Mosta" sollte es sein.

Im Gegensatz zu dem Erklärbär in Marseille war diese Führerin sogar richtig super. 
Von Malta hatte ich vorher keine Vorstellung, aber schon der Hafen war total niedlich und hübsch.





Vor allem war aber alles, was ich von Malta gesehen habe sehr sehr sauber und ordentlich. 

Im Übrigen wird dort Malti (eine semitische Sprache aus einem arabischem Dialekt oder aber auch eine unglaublich komplizierte Aneinanderreihung von für mich unaussprechlichen Buchstabenkombinationen) und englisch (super) gesprochen. Englisch deswegen, weil es bis Mitte der 60er Jahre eine englische Kolonie war. Aus dem Grund herrscht auch Linksverkehr auf der Insel. Lebensgefährlich wenn man das nicht weiß und über die Straße kommen will - ich habe da jetzt Erfahrung.

Auch sonst ist Malta sehr englisch gemischt mit arabischem Einschlag. Schuluniformen für die Kinder und die typischen roten Telefonzellen und Briefkästen gab es zu sehen allerdings auch viel arabische Architektur.

Mit dem Süßwasser haben sie wohl trotz 4 Meerwasserentsalzungsanlagen ein echtes Problem. Wegen des Windes auf Malta regnet es sehr wenig und Flüsse oder Seen gibt es nicht. Dafür wuchsen überall an den Straßen diese Kakteen mit den Früchten/Kaktusfeigen, die es hier für viel Geld manchmal zu kaufen gibt. 

Ich merke, das wird ein langer Post...

Also nach dem Treffen auf dem Schiff in der Bar Casanova, dem rituellen Aufkleben der Busnummern (wir sind doch alle nur eine Nummer...) auf unsere Kleidung, dem Ausschiffen und dem Kampf um die besten Plätze im Reisebus, der uns zu Mdina und Mosta bringen sollte, ging der Ausflug los.

Eine kurze Tour durch die Gassen von Valetta (Hauptstadt) und nahtlos durch diverse kleinere Orte deren jeweilige Grenzen wohl nur den Einheimischen bekannt sind (fast wie zuhause im Rheinland und Ruhrgebiet) mit den Grundwissen über Malta gab es auf der Fahrt nach Mosta. 
Dort sollte es eine Kirche zu besichtigen geben - katholisch natürlich. Malta ist wirklich sehr katholisch. Das sah man in der Kirche von Mosta auch sofort, wobei diese runde Kuppel auch ein bisschen was von einer Moschee hatte. Da war wieder der arabische Einschlag zu sehen.
Alles in allem ziemlich hübsch.


Ich habe wirklich viel behalten... dieser Dom in Mosta also mit seiner riesen Kuppel wurde 1833 (meine ich und dann für gut 30 Jahre) um die vorher an diesem Platz stehende kleinere Kirche herumgebaut. Die Gottesdienste gingen so lange in der kleinen Kirche weiter, weil so lange Zeit wollten die Einwohner nicht auf eine richtige Kirche verzichten. Erst als der Dom fertig war, wurde die Kirchen im Inneren abgerissen. 



Im 2. Weltkrieg dann haben viele Einwohner von Mosta in der Kirche Unterschlupf gesucht weil Malta wohl sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Menschen dachten, dort seien sie geschützt. Was sich auch als nicht ganz so falsch herausstellte, weil die eine Bombe, die durch die Kuppel gefallen ist, ist nicht explodiert. Die Kuppel hatte nur ein kleines Loch. Verletzt wurde keiner.
Heute ist im Hinterzimmer der Kirche eine Nachbildung dieser Bombe zu besichtigen.
Das Original liegt wohl in irgendeinem Museum. Es wird erzählt, dass der deutsche Pilot, der diese Bombe abgeworfen hat, später Malta und den Dom besuchte und die Malteser lobte, wie originalgetreu sie die zerstörte Kirche wieder aufgebaut haben weil er nicht glauben konnte, dass außer einem Loch in der Kuppel alles heile war.
Der Dom von Mosta war das Eine, es sollte weiter gehen nach Mdina (nein, ich habe das "e" nicht vergessen). Mdina, auch gennant "Die stille Stadt" war füher Maltas Hauptstadt, obwohl dort eigentlich nur gut 200 Menschen wirklich wohnen.


Touristen hingegen werden in Reisebussen oder aber auch Pferdekutschen zu Hauf zur Besichtigung dieser winzigen Stadt auf einem Berg, umrandet von Mauern angekarrt. 
Kann ich verstehen, Mdina ist nämlich wirklich schön und toll zum Gucken.
Mdina betritt man über eine Brücke und durch ein Tor, ein bisschen wie eine Ritterburg. 
Die Gebäude sind aus hellem Sandstein und die Straßen/Gassen sind eng. 
 Eigentlich ist das Autofahren dort verboten, gemessen an den Sprüngen zur Seite um einem Auto auszuweichen gibt es aber einige Ausnahmegenehmigungen. 
Es ging also durch enge Gassen, weite Plätze und ein paar Straßen bis - natürlich - zur nächsten Kirche. Der Kathedrale von Mdina.
Mit einem Turm links und einem rechts und ohne Kuppel ganz anders als die in Mosta. Sowohl auf dem Turm links, als auch auf dem rechts jeweile eine Uhr. Links allerdings zeigt die Uhr nicht die Zeit, sondern das Datum an - wenn man denn in der Lage ist, es zu lesen.

Innen ist - wie schon in Mosta - alles sehr bunt und für meine Begriffe sehr katholisch. Wobei die Führerin erzählte, dass oft vergessen wird, wie viele Sachen aus dem Jüdischen übernommen wurden, so auch das ewige Licht - in der Mitte der Kiche - sowohl im Dom von Mosta als auch in der Kathedrale von Mdina.


Von der Kathedrale aus ging es noch durch den Rest der Stadt, an Teilen der Stadtmauer endlang hatte ich einen tollen Ausblick auf Malta.
 
Weiter zurück zum Bus, der uns wieder zum Hafen und zum Schiff bringen sollte.


  Die Ausfahrt aus dem Hafen vom Malta war früh genug, dass wir noch Tageslicht hatten und ich filmen konnte. Im Nachhinein war das ein riesen Glück weil das wirklich das schönste Ablegen und Ausfahren aus dem Hafen der ganzen Reise war. 
Das Schiff hupte, Menschen auf der Insel standen auf Hoteldächern oder ähnlichem und haben uns zugewunken... das war ganz besonders.

Mit den Eindrücken ging es nach Palermo.






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